Computerspiele

Ich habe (teilweise) gespielt: Syberia

Syberia ist eine Abenteuer-Reihe von Benoît Sokal, die besonders durch ihre sehr intensive Geschichte, ihre melancholische Erzählweise und Bildsprache und die zahlreichen Steampunk-Automationen besticht.

Worum geht es?

Im ersten Spiel der Reihe begleiten wir die Anwältin Kate Walker aus New York, die eine Firmenübernahme in die Wege leiten soll. Dabei erfährt sie, dass es noch einen Erben gibt, der verschollen geglaubte Hans Vorarlberg. Mit einem von ihm konstruierten Zug fährt Kate Richtung Sibirien, wo Hans nach den legendären Mammuts forscht, die dort überlebt haben sollen. 

Im zweiten Spiel der Reihe findet Kate tatsächlich die Youkol und die legendären Mammuts. Am Ende verabschiedet sie sich von Hans und tritt die Heimreise an.

Der dritte Teil der Serie beginnt damit, das Kate in Sibirien in eine Klinik gebracht wurde, und dort den Youkol verhilft mit den Schneestraussen einen Weg über einen sonst zugefrorenen See zu finden. Am Schluss des Spieles wird Kate verhaftet. 

Der vierte und auch letzte Teil zeigt neben Kate, die aus einem sibirischen Arbeitslager ausbrechen muss auch Dana Rose, die Kate seltsamerweise erstaunlich ähnlich aussieht und ihre Geschichte in den Alpen des Jahres 1937. Hier wird deutlich, das Sokal hier vor allem die Geschichte um den 2. Weltkrieg thematisiert, eingebettet in eine alternative Welt. Während der Entstehung des Spieles starb Benoît Sokal. 

Welche Spiele habe ich gespielt

Syberia 1 und 2 habe ich komplett in der Mac-Version gespielt. Syberia 3 habe ich nur auf meinem Intel-iMac angespielt, die Mac Version weigert sich, trotz Rosetta, auf meinem M1 Mac Mini zu starten. Für Syberia - Where Worlds End, den 4. Teil, gibt es keine Mac-Version. Es gibt einen Kanal, der vor allem die Filmsequenzen in einen abendfüllenden Film umwandelt, und so habe ich mir diese Version angesehen. 

Grafik und Effekte

Die Grafik ist vielleicht nicht so modern, doch ist der Stil, der sich durch alle Folgen der Reihe zieht einzigartig. Neben Steampunk-Elementen sieht man im grössten Teil, der im postsowjetischen Russland überall den Verfall einer einst wohlhabenden Gesellschaft. Und natürlich Winter, der nicht enden will. Dies gibt dem Spiel eine gewisse Sentimentalität

Während die ersten beiden Teile der Reihe eine Art Pseudo-3D besitzen, ist Teil 3 erstmals echtes 3D mit der Unity-Engine, was allerdings dazu führt, das dieser Teil schlechter zu bedienen ist. Gespielt wird ausschließlich aus der 3. Person. Man steuert Kate hierhin und dorthin. Nur bei Geräten, die bedient werden wollen, spielt man mit der 1. Person. 

Musik und Soundeffekte

Die Musik ist passend und unterstreicht die traurige Stimmung. Die Sprachausgabe ist, untypisch für Abenteuerspiele, in Deutsch. Kate hat allerdings ab dem dritten Teil eine merkbar andere Synchronsprecherin.

Die Naturgeräusche in den Spielsequenzen, die in Russland und Sibirien spielen strahlen genau so eine melancholische Hoffnungslosigkeit aus, wie es die gesamte Serie begleitet. 

Fazit

Ich liebe ja Adventures, und Syberia zieht einen in seinen Bann. Die Rätsel passen in die Handlung und sind meistens logisch aufgebaut. Die Hintergrundgeschichte ist stark geschrieben, auch auf die Entwicklung von Kate Walker von der Anwältin hin zur toughen Abenteuerin ist nachvollziehbar. Der automatische Begleiter "Oscar", der von der Funktion eines reinen Zugführers zu einer echten Persönlichkeit heranreift (auch wenn er in Syberia 3 und 4 erst nur als mechanisches Herz dient, bringt auch ein wenig Humor in das Spiel. 

Technisch hätte das Spiel mit Syberia 2 beendet sein können, und das wäre für mich auch in Ordnung gewesen. 

Der vierte Teil lebt von vielen Filmen um die Handlung darzustellen und diese können, wie es scheint, auch allein ohne viele Rätsel und Interaktionen leben. 

Teil 3 gilt allgemein als der am schlechtesten bewertetste Teil. Vor allem seiner hakeligen Steuerung und einer eher schwachen Geschichte verdankt er dieses Urteil. Aber auch seinem im Vergleich zu den Vorgängern gestiegener Ressourcenhunger. 

Alles in allem ist die Serie eine schöne, ruhige und ansprechende Adventure-Kost, mit der man viel Spaß haben kann und die auch nachdenklich macht.

Vier von fünf Sternen.